· 

Wer gefährdet den Betriebsfrieden?

Die Belegschaft?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich ihren Arbeitsvertrag erfüllen und als abhängig Beschäftigte kaum eine andere Wahl haben, als weiterzumachen in der Tretmühle, unabhängig davon wie zermürbend das auch sein mag. Die Organisierten, die im Rahmen der Gesetze für bessere Bezahlung oder Arbeitsbedingungen streiken. Die Angestellten, die von ihren Vorgesetzten Transparenz und klare Kommunikation erwarten. Die Arbeiter, die nicht nur als Kostenfaktor gesehen werden wollen. Die Kolleginnen und Kollegen, die sich gegen immer höhere Sollvorgaben wehren oder unrealistische Ziele. Die Belegschaft, die anerkannt haben will, dass sie es ist, die den Laden am Laufen hält und nicht die externen Berater, die immer wieder neue Kostensenkungspotentiale erfinden, um horrende Honorare zu kassieren.

Die Unternehmensführung?

Die Vorstände, die alle drei Jahre einen neuen Millionenvertrag aushandeln mit stets steigenden Boni, die immer ausgezahlt werden müssen - auch bei Komplettversagen. Die Führungskräfte, die ständig von der Unternehmenskultur reden und für sich selbst keinen Anlass sehen, danach zu handeln. Die Inhaber, die jeden Cent Liquidität abziehen. Die Geschäftsführer, die Compliance-Regeln in Telefonbuchstärke erarbeiten lassen und niemals einen Blick hineinwerfen. Die Aufsichtsräte, die völlig ahnungslos abnicken, was immer da auch kommt, solange sie nur ihre Aufwandsentschädigung bekommen. Die Geschäftsleitung, die unentwegt von der Notwendigkeit des Sparens erzählt, aber beharrlich vollkommen unnötige Prestigeobjekte anschafft.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0