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Unerhörte Ansprache (Fortsetzung)

 

Frau Dr. Merkel, wie schon ausführlich dargestellt, wäre mein Blick auf Ihre Person ein anderer, wenn Sie nicht die Chefin der Bundesregierung wären, ausgestattet mit der Richtlinienkompetenz dieses Amtes. Sie haben so viel Macht, dass wir uns niemals auf Augenhöhe oder gleichberechtigt begegnen können. Deswegen sehe ich mich in der Position, Sie zu kritisieren. In der Position, zu beurteilen und zu verurteilen, was Sie tun und was Sie nicht tun. Was Sie sagen und was nicht.

 

Sie haben so viel Macht und so viele Möglichkeiten, diese Macht zu missbrauchen in der Vergangenheit genutzt, dass es mir sehr schwerfällt, Ihre Sozialisation, Ihre Prägungen, Glaubenssätze, Überzeugungen und Ängste wohlwollend zu berücksichtigen. Es fällt mir sehr schwer, Ihnen gegenüber mit geduldiger Nachsicht und verständnisvoller Güte zu reagieren, um Ihre Persönlichkeit zu respektieren und Ihr inneres Wesen zu erkennen. Das stünde Ihnen als Mensch zweifellos zu, als Bürger dieses Landes darf ich den Bundeskanzler aber einfach nur ekelhaft und widerwärtig finden.

 

Als Steuerzahler und Wähler darf ich das Personal, das im Auftrag von uns Bürgerinnen und Bürger dieses Landes tätig oder untätig ist, bewerten. Ich darf einschätzen, was dieses Personal tut, ohne mir die Motive, die innere Antreiber, die Befürchtungen oder die Ideale der Protagonisten anzuschauen. Ich darf dieses Personal nach seinen Worten und Taten beurteilen und einfach nur für grottenschlecht befinden. Und das tue ich, Frau Dr. Merkel, das tue ich ganz besonders in Ihren Fall.

 

Ich finde beispielsweise schlecht, wie Sie über das Volk sprechen. Welche Vokabeln Sie nicht mehr bereit sind, zu verwenden und welche Begriffe Sie verwenden, wenn Sie über das deutsche Volk reden. Ich fühle mich durch Ihre Formulierungen verunsichert, beleidigt, diskriminiert. Sie befeuern damit die völlig unnötige Debatte, wer dazu gehört und wer nicht. Es gibt eindeutige und rechtsstaatlich abgesicherte Begriffe, es ist ganz unverfänglich möglich, vom Volk, von Staatsbürgern, von den Deutschen zu sprechen. Wenn Sie nicht bereit sind, das zu tun und wenn Sie mit angewidertem Blick eine kleine Nationalflagge von der Bühne tragen, dann nehmen Sie damit eine Haltung ein, die mir als Bürger der Bundesrepublik Deutschland Anlass gibt, Sorgen zu entwickeln. Und wenn Sie dann jene, die das kritisieren ebenso wie jene, die versuchen, Ihr fragwürdiges Verhalten politisch auszunutzen, als Nationalisten, als Nazis gar, diffamieren, dann folgt das einer Logik, die vor wenigen Jahren ausschließlich von Gegnern Ihrer Partei angewandt wurde. Ich finde besorgniserregend, dass Sie unverkennbar bei denen Anleihen aufnehmen, die Deutschland und eine deutsche Identität ablehnen, die folgerichtig die Nation abschaffen wollen. Wenn Sie denen, die keine deutsche Kultur erkennen können, das Wort reden und unwidersprochen stehen lassen, dass man das Zusammenleben in diesem Land jeden Tag neu aushandeln müsse, dann lässt das bedauerlicherweise sehr tief blicken. Sie verraten mit diesem Denken und Verhalten nicht nur den Staat in seiner inneren Verfasstheit - Sie setzen die wesentlichen Bestandteile des Amtseides außer Funktion, den Sie geleistet haben. Sie brechen direkt Ihren Eid, wenn Sie nicht bereit sind, bedingungslos anzuerkennen, dass es ein deutsches Volk gibt, mit Symbolen, mit einem nationalen Selbstverständnis, auch mit der Möglichkeit, sich von anderen Völkern und Nationen abzugrenzen. Wenn Sie das aufgeben und jenen folgen, die glauben, dass es eine deutsche Identität nicht geben solle und alles schlecht sei, was mit deutscher Nation zu tun hätte, dann tragen Sie zu einer tiefen Spaltung der Gesellschaft bei. Wenn Sie leugnen, dass es nationale Interessen gibt, die beispielsweise einer zentralistisch geführten EU diametral gegenüber stehen können, dann leugnen Sie indirekt auch die Verpflichtung, mit dem Geld der deutschen Staatszahler sorgsam umzugehen.

 

Ich finde auch noch viele andere Ihrer Taten schlecht und viele Ihrer Unterlassungen. Ich bemerke aber während ich diese unerhörte Ansprache schreibe, dass ich keine Lust mehr habe. Ich habe keine Lust mehr, mir von der Seele zu schreiben, was mich bewegt und keine Lust mehr, Ihnen um die Ohren zu schlagen, was mich so sehr ärgert. Anfangs tat es gut, mir vorzustellen, Ihnen klar und deutlich und möglichst sachlich vorzutragen, was mich stört, warum Ihre Politik mich anwidert und warum Ihre Art, die Regierung dieses Landes anzuführen, mich ekelt. Anfangs tat es gut, Ihnen das alles mal in einer Ansprache vor Augen zu halten. Aber jetzt schon nicht mehr.

 

Wir kleinen Leute auf der Straße, wir Lieschen Müllers und Otto Normalverbrauchers werden von morgens bis abends mit Ihrer Propaganda zugedröhnt und mit der Gehirnwäsche der Ihren. Wir sind diesem destruktiven brainwash schon seit dreißig, vierzig Jahren ausgesetzt und nun trägt Früchte, was die Vorturner aus dem links-grünen Milieu zur Aussaat brachten. Die jungen Erwachsenen kennen keine andere Art mehr zu denken, haben in der Schule nicht mehr zu diskutieren gelernt. Die jungen Leute, die jetzt Familien gründen, haben keine anderen Ideale mehr als ihre Eltern, die Pubertierenden revoltieren nicht gegen die älteren Generationen, nicht gegen Staat, nicht gegen Gesellschaft und nicht gegen Propaganda. Nein, sie revoltieren gegen das, wogegen ihre Eltern und Großeltern schon revoltierten. In generationenübergreifender Einigkeit wird gehüpft gegen alles, was nicht gut ist. Gegen alles böse.

 

Und Sie, Frau Dr. Merkel, Sie haben sich vereinnahmen lassen. Von den Traumtänzern, die inzwischen genauso verstaubt denken und argumentieren, wie die muffigen Hochschulprofessoren, gegen die sie als 68er völlig zu Recht revoltierten. Von den Fantasten, die inzwischen fett und träge geworden sind an den Trögen und deshalb genauso engstirnig an Technologien und Konzepten festhalten wollen, wie die Bonzen der Atom- und Chemieindustrie, gegen die sie einst völlig zu Recht mobil gemacht haben.

 

Sie haben sich vereinnahmen lassen von all den Weltverbesserern, die nichts anzubieten haben außer Luftschlössern und religiösem Eifer und dem eisernen Willen, kaputtzumachen, auszuplündern, zu bevormunden und zu erziehen. Von denen, die besser wissen, was gut ist für die Menschen, und die das Sagen haben inzwischen in den Redaktionen. Unter deren Flagge Sie scheinbar so erfolgreich segeln, seit Sie damals den grünen Wahlsieg verhindern wollten.

 

Und deshalb machen Sie nun also fröhlich pfeifend mit beim Kaputtmachen, Ausplündern, Bevormunden und Erziehen.

 

Es ist zum Heulen.

 

 

 

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