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Simpelhausen

Wenn eine Stadt 100.000 Einwohner hat und jedes Jahr ungefähr 1 % der Bevölkerung sterben, dann werden jährlich etwa 1.000 Menschen in dieser Stadt zu Grabe getragen.

 

Wenn bei sonst völlig unveränderten Bedingungen die Einwohnerzahl in einem Jahr um 2.000 steigt, dann gibt es bei ebenfalls unveränderter Sterblichkeit von 1 % in diesem Jahr nicht 1.000, sondern 1.020 Tote.

 

Wenn in der Stadt nun in diesem Jahr nicht nur 2.000 junge und gesunde Menschen zugezogen sind, sondern auch Alte und Hochbetagte, dann sterben vielleicht sogar 1.030 oder 1.040 Menschen.

 

Wenn der Bürgermeister nun ausschließlich auf die absoluten Zahlen schaut, dann sieht er 20, 30 oder 40 mehr Verstorbene als in den Jahren zuvor. "Oh mein Gott", mag der Bürgermeister dann vielleicht schreien, "das ist ja eine Übersterblichkeit von 1 % oder 2 % oder sogar 4 %!"

Stimmen tut das aber trotz der größten Schreierei nicht. Wer hier von Übersterblichkeit spricht, hat es entweder mathematisch nicht verstanden oder er will ganz bewusst mit der Betonung der absoluten Zahlen Besorgnis oder Angst auslösen - aus welchem Grund auch immer.

 

In beiden Fällen hielte ich den Bürgermeister für komplett ungeeignet, die Stadt zu regieren.

 

Außerhalb von Simpelhausen ist es noch weitaus komplexer, da muss man nicht nur detailliert auf die Altersstruktur, sondern auch auf die medizinische Versorgungslage, auf zahlreiche Umweltbedingungen und unendlich viele andere Faktoren achten. Aber wenn eine Bevölkerung stetig wächst und kontinuierlich immer älter wird, dann steigt auch die absolute Zahl der Todesfälle. Eigentlich ganz einfach.

 

Wenn man das durchschauen möchte und an einer sachlichen Betrachtung der Fakten interessiert wäre, könnte man das erkennen.

 

 


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