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Aliens in Simpelhausen?

In Simpelhausen müssen alle Einwohner beim Verlassen ihrer Wohnungen ständig Hüte aus Aluminium tragen, um die Aliens fernzuhalten. Wer diese Anordnung für sinnlos hält und einwendet, dass doch gar keine Außerirdischen da wären, hört dann, dass das eine Folge der Aluhüte wäre und würde man die nicht mehr tragen, kämen die Aliens. Es gibt also eine Argumentationskette in Simpelhausen, die geht wie folgt: Wenn keine Aliens auftauchen, dann haben unsere Aluhüte gewirkt - das ist doch logisch.

 

So ein Argument heißt "Präventions-Paradox", wir wissen ja nicht, ob die Aliens nicht längst da wären, wenn wir die Aluhüte nicht tragen würden. Deshalb müssen wir die Hüte weiterhin tragen und sollten sich die Aliens dennoch zeigen, müssen wir mehrere Aluhüte übereinander tragen, das ist demzufolge auch völlig logisch.

Derartige Argumente können dazu führen, dass Aberglaube und Beschwörungsrituale schwer zu widerlegen sind, wenn die bekämpfte Gefährdungslage nicht oder nur teilweise existiert.

 

Der ängstliche Abergläubische wird sich immer wieder davon überzeugen lassen, dass die Gefahr durch Aliens existiert und dass sie sich nur deshalb nicht zeigen, weil die Aluhüte angeordnet sind und folgsam getragen werden.

 

Deswegen muß die Angst auch immer wieder neu angefacht, die Sorgen immer wieder neu belebt werden. Sonst kann man nicht mit dem Präventions-Paradox argumentieren.

 

Vielleicht erzählt der Bürgermeister von Simpelhausen deswegen immer, wie groß die Bedrohung durch die Außerirdischen ist. Damit die Einwohner gar nicht erst auf die Idee kommen, mal einen Tag oder zwei auf den Aluhut zu verzichten, um zu prüfen, ob die Aliens wirklich sooo gefährlich sind...

 


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