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Polizeiarbeit

Ich habe gestern Abend eine Gruppe junger Männer getroffen, auf der Straße vor einer der zahlreichen Baustellen in meinem Viertel - es wird ja alles saniert, aufgestockt, modernisiert und ausgebaut. Die vier kräftigen Kerle offensichtlich Handwerker, Zimmerleute oder ähnliche ehrbare Berufe, mit einem Bier in der Hand an einen Pritschenwagen gelehnt.

 

Ich flachse mit drohend erhobenem Zeigefinger und nörgelnder Stimme, dass das verboten sei und ich gleich die Corona-Polizei rufen werde.

 

Kommt wie aus der Pistole geschossen zurück: "Die war gerade schon da!" Auf meine Nachfrage, ob sie mich nun ihrerseits veralbern wollten, schilderten man mir sehr glaubwürdig, dass kurz zuvor, noch auf der Baustelle, ein Polizeieinsatz erfolgte, bei dem sie alle jeweils zur Zahlung von 150 Euro verdonnert worden sein sollen.

Soweit sind wir mittlerweile in diesem Land gekommen. Handwerker, die sinnvolle Arbeit leisten, produktiv und fleißig sind, werden auf ihrer Baustelle von der Polizei aufgesucht, weil sie ohne Maskierung in zu großer Runde Alkohol zu sich nehmen.

 

Handwerker, die schon den ganzen Tag auf der Baustelle zusammen gearbeitet hatten, nehmen unter freien Himmel, draußen, ein Feierabendbier und werden von der Polizei bestraft, weil sie gegen "Corona-Auflagen" verstoßen.

 

Ich habe bisher immer große Stücke auf die Hamburger Polizei gehalten, ich war immer ein großer Fan der Polizei in meiner Heimatstadt. Ich habe sie als Ganzes geachtet und dankbar geschätzt, jede einzelne Beamtin und jeden einzelnen Beamten respektiert. Immer, wenn ich in Hamburg konkret mit der Polizei zu tun hatte, habe ich ein sehr gutes Gefühl dabei gehabt. Ich hoffe wirklich sehr, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.


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